Dr.-Ing. Moniruddoza Md. Ashir (2. v. r.) hat den Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen 2020 erhalten. Auf dem Foto mit Bianca Deutsch/Geschäftsführerin Industrieclub Sachsen e.V., Prof. Dr. Chokri Cherif/Direktor des ITM, Prof. Ursula Staudinger/Rektorin der TU Dresden und Dr. Günter Bruntsch/Präsident Industrieclub Sachsen e.V. (v. l. n. r.).
Dr.-Ing. Moniruddoza Md. Ashir (2. v. r.) hat den Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen 2020 erhalten. Auf dem Foto mit Bianca Deutsch/Geschäftsführerin Industrieclub Sachsen e.V., Prof. Dr. Chokri Cherif/Direktor des ITM, Prof. Ursula Staudinger/Rektorin der TU Dresden und Dr. Günter Bruntsch/Präsident Industrieclub Sachsen e.V. (v. l. n. r.). (Foto: Juergen Loesel)

Innovationspreis für neue Faserkunststoffverbunde

26.10.2021

Dr.-Ing. Moniruddoza Md. Ashir vom Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden hat für seine Dissertation zur Entwicklung neuartiger textilbasierter adaptiver Faserkunststoffverbunde mit Formgedächtnislegierungen den Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen 2020 erhalten. Der Preis ist mit 5.000 EUR dotiert und wird jährlich an einen Absolventen der TU Dresden verliehen.

Dr. Ashir hat alternative Ansätze auf Basis von innovativen textilbasierten adaptiven Faserkunststoffverbunden (FKV) mit strukturintegrierten Formgedächtnislegierungen konzipiert, umgesetzt, erprobt und im Vergleich mit konventionellen technischen Lösungen evaluiert. Dabei galt es, eine Vielzahl bisher ungelöster konzeptioneller sowie textil- und materialspezifischer Fragestellungen zu bearbeiten und tiefgreifend zu analysieren. Hierzu zählen die Entwicklung neuartiger Ansätze und technologischer Lösungen sowohl zur reproduzierbaren Einstellung einer anforderungsgerechten Grenzschicht zwischen der Formgedächtnislegierung in Drahtform sowie dem umgebenden Faserverbundwerkstoff, als auch zur vollautomatischen Integration des textilverarbeitbaren Aktors in die Verstärkungsstruktur. Weitere Zielstellungen bestanden in der Ermittlung von Struktur-Funktionseigenschaftsbeziehungen, dem Nachweis der funktionalen Langzeitstabilität sowie der Konzeptionierung und Erprobung von industrierelevanten Funktionsdemonstratoren. Hier wurden adaptive FVK als bionisch inspirierter Flug-, Nachgiebigkeits-, Greif-, Spann-, gezielter Flüssigkeitssteuerungs-, Wisch- und Fortbewegungsmechanismus konzipiert. Diese Demonstratoren repräsentieren alle wesentlichen Funktionalitäten der adaptiven FVK-Kinematik und lassen sich leicht auf andere industrielle Anwendungsbereiche übertragen, z. B. die Flugzeug-, Automobil-, Medizin-, Soft-Robotik-, Bau- oder Industrietechnikbranche.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Industrie, u. a. mit der thoenes Dichtungstechnik GmbH und der Elbe Flugzeugwerke GmbH. Sie werden am ITM intensiv fortgesetzt. Die neu entwickelte Technologie und Strukturen werden dem Leichtbau insbesondere als Knotenelemente für Rahmentragwerke im Fahrzeugbau, in der Luft- und Raumfahrt, im Maschinenbau sowie auch in der Architektur neue Impulse verleihen. Gegenwärtig wird forschungsseitig die Anwendung dieser Strukturen für medizinische Bereiche, insbesondere orthopädische oder prothetische Hilfsmittel, vorangetrieben.